Implatologie

Die Implantologie ist zweifellos einer der größten Schwerpunkte in unseren Zahnärztlichen Tageskliniken Dr. Eichenseer und Kollegen in Nürnberg, München, Regensburg, Riedenburg und Schmidmühlen.

Pro Jahr werden im Klinikverbund in Nürnberg, München, Regensburg, Riedenburg und Schmidmühlen momentan ca. 10.000 Zahnimplantate gesetzt. Die Anzahl der von unseren Zahnärzten gesetzten Zahnimplantate steigt stetig weiter. Unsere Zahnärzte verfügen über  eine Menge Erfahrung mit Zahnimplantaten. Auf Erfahrung sollte man auf dem Gebiet der Implantologie sicherlich auch nicht verzichten. Der Unterschied zwischen einem Zahnarzt, der nur ab und zu ein Implantat setzt und einem routinierten Implantologen, der dies tagtäglich durchführt, braucht hier nicht näher erläutert zu werden.

Nicht nur von unserer Erfahrung, sondern auch von den Preisen für Implantate in den Zahnärztlichen Tageskliniken können die Patienten profitieren. Beispielsweise bekommen bei uns Kassenpatienten ein hochwertiges Einzelimplantat inklusive Metallkeramikkrone für ca. 1150 bis 1250 Euro. Bei diesem Preis ist der Kassenzuschuss bereits berücksichtigt. Ebenso enthalten ist eine dreidimensionale digitale Röntgenaufnahme (DVT), die wir aus Sicherheitsgründen für unsere Patienten bei jeder Implantation voraussetzen.

Im Folgenden wollen wir interessierten Patienten das Thema Implantologie und Zahnimplantate etwas näher bringen und veranschaulichen.

 

Was ist ein Implantat

Implantatquerschnitt Implantatquerschnitt
Ein Zahnimplantat ist im Prinzip eine künstliche Zahnwurzel. Die zylindrischen oder konusförmigen Implantate werden in den Knochen eingeschraubt und verbinden sich in der Einheilphase dauerhaft und fest mit dem Knochengewebe.  Dadurch wird dem zwangsläufig nach Zahnverlust eintretenden Knochenschwund entgegengewirkt.


Ist das Zahnimplantat eingeheilt, wird es mit einer künstlichen Zahnkrone oder Brücke versorgt.
Der derzeit dominierende Werkstoff ist Titan, das aufgrund seiner passiven Oxidoberfläche keine Fremdkörperreaktionen im Knochen auslöst. Aber auch keramische Materialien wie z.B. Aluminiumoxidkeramik und Zirkonoxidkeramik ermöglichen einen festen Verbund zwischen Knochen und Implantat.

In Deutschland sind derzeit über 150 (!) Implantatsysteme auf dem Markt. Die Unterschiede sind jedoch marginal und betreffen meist die Form der Koppelung zwischen Implantat und Suprakonstruktion (Brücke, Krone). Ihr behandelnder Arzt berät Sie gerne bei der indikationsgerechten Auswahl des Implantates.


Warum sind Implantate die bessere Therapie?

Implantatlösung festsitzend und gaumenfrei herkömmliche Teleskoplösung herausnehmbar mit Gaumenbedeckun
Implantate haben sich mittlerweile in der Praxis als funktionell optimale und ebenso ästhetische Maßnahme zur Wiederherstellung der gestörten Funktionen des Kauorgans nach Zahnverlust bewährt.

Das Einbringen von Implantaten in den Kieferknochen ist eine chirurgische Maßnahme, die es ermöglicht, die konventionellen Grenzen der prothetischen Versorgung wesentlich zu erweitern.

Jede Zahnlücke stellt theoretisch eine Indikation für ein Implantat dar. Es müssen aber nicht immer alle verlorenen Zähne durch ein Implantat ersetzt werden. Die verschiedenen Möglichkeiten festsitzenden Zahnersatzes mit Hilfe von Zahnimplantaten werden im Kapitel Indikationsbeispiele näher erläutert.

Die Vorteile von Zahnimplantaten gegenüber konventionellem Zahnersatz sind immens. Implantat getragene Zähne fühlen sich an wie echte Zähne. Es gibt kein Fremdkörpergefühl und sie können bei richtiger Pflege ein Leben lang halten.

Weil das Implantat mit dem Kieferknochen verwächst, bildet sich dieser auch nicht zurück, was zwangsläufig bei herkömmlichem Zahnersatz durch Brücken oder Prothesen der Fall ist.

Das Bissgefühl ist deutlich sicherer und nichts kann beim Essen oder Sprechen verrutschen oder sogar herausfallen. Die Aussprache ist so normal wie mit natürlichen Zähnen.
Implantate machen es möglich, Brücken zu vermeiden und somit kann gesunde Zahnsubstanz erhalten werden: bei einer herkömmlichen Brücke müssen zwangsläufig gesunde Nachbarzähne beschliffen werden um die Brücke darauf verankern zu können.

Die Vorteile von Zahnimplantaten gegenüber konventionellem Zahnersatz für Sie im Überblick:

  • Zahnimplantate fühlen sich an wie echte Zähne
  • Knochenabbau wird vermieden
  • Implantate bilden ein langfristiges und stabiles Fundament für Zahnersatz
  • Gesunde Zahnsubstanz bleibt unangetastet
  • Zahnimplantate sind sehr belastbar beim Kauen
  • Es gibt keine Druckstellen oder schlechten Halt des Zahnersatzes
  • Es gibt keine störenden Halteklammern wie bei der Verankerung von herkömmlichen Teilprothesen
  • Die Aussprache wird nicht beeinträchtigt
  • Das natürliche Geschmacksempfinden bleibt erhalten, da der Gaumen nicht von Prothesenkunststoff abgedeckt wird
  • Zahnimplantate kommen ästhetisch und funktionell den natürlichen Zähnen am Nächsten



Voraussetzungen und Grenzen

Es gibt einige Grundvoraussetzungen, die für eine Implantatbehandlung gegeben sein müssen:
  • Gute Kieferknochenqualität und ausreichende Knochenmenge (siehe Kapitel Möglichkeiten bei nicht ausreichendem Knochenangebot)
  • Gewissenhafte und regelmäßige Mundhygiene
  • Keine ausschließenden Erkrankungen:
    -  Unbehandelte Parodontitis
    -  Unbehandelte oder schlecht eingestellte schwere Diabetes
    -  Schwere Osteoporose
    -  Störungen der Blutgerinnung und Wundheilung
    -  Immunschwäche
    -  Schwerwiegende Allgemeinerkrankungen (z.B. Leukämie)
    -  Strahlentherapien im Kopf und Halsbereich
    -  Im Einzelfall auch psychosomatische Erkrankungen
    -  Kein ausgeprägtes stressbedingtes Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Kein Drogen- oder Medikamentenmissbrauch

Auch das Rauchen stellt einen erheblichen Risikofaktor für den langfristigen Erhalt von Zahnimplantaten dar. Bei Rauchern heilen Implantate wesentlich schlechter ein und lockern sich auch häufiger als bei Nichtrauchern.


Möglichkeiten bei nicht ausreichendem Knochenangebot

Knochenaufbau 1 Knochenaufbau 2 Knochenaufbau 3 Implantat mit Knochenaufbau 4
Je stärker der Kieferknochen ist, desto besser hält auch das Zahnimplantat. Im Unterkiefer ist der Knochen von Natur aus dichter, was das Implantieren in der Regel einfacher macht. Im Oberkiefer ist die Knochenqualität, vor allem im Backenzahnbereich, generell weniger gut. Dort ist das Einbringen von Implantaten häufig etwas schwieriger.

Sollte das vorhandene Knochenangebot für eine Implantation nicht ausreichend sein, so gibt es verschiedene Verfahren, mit denen sich der Knochen rund um das Implantat verstärken bzw. aufbauen lässt: Augmentation (Knochenaufbau).
Wie bei einem Dübel, der in einer porösen Wand nicht hält, muss auch hier das „Mauerwerk“ verstärkt werden. Dies geschieht in der Regel durch eigene Knochensubstanz, die in geringen Mengen einer anderen Stelle entnommen wird, durch Knochenersatzmaterial (synthetisch oder tierisch) oder durch eine Kombination beider Verfahren.

Eine etwas aufwendigere Sonderform des Knochenaufbaus ist der Sinuslift. Dieser kommt zur Anwendung, wenn im Oberkiefer zu wenig Knochen im Seitenzahnbereich vorhanden ist. Dabei wird der Kiefernhöhlenboden mit Hilfe eines speziellen Instruments mitsamt der Kiefernhöhlenschleimhaut angehoben und anschließend schrittweise Kochenersatzmaterial eingebracht und verdichtet.

Nachdem das neue Knochenersatzmaterial mit dem vorhandenem Knochen verwachsen ist, können die Implantate gesetzt werden.

Diagnostik

Diagnostik mit DVT Verlauf Nervenkanal und Knochenquerschnitte Diagnostik mit DVT Unterkieferknochen Diagnostik mit OPG vor Implantation Diagnostik mit OPG nach Implantation mit Knochenaufbau Regio 26
Besonders wichtig vor der eigentlichen Implantation sind das ausführliche Beratungsgespräch mit dem Zahnarzt, eine eingehende Diagnostik sowie eine genaue Operationsplanung.


Bestandteil der Diagnostik ist zuerst eine Selbstauskunft des Patienten über seine Erkrankungen, Allergien und Medikamenteneinnahmen.

Neben den klinischen Untersuchungen (Beurteilung der Schleimhaut, Zunge, Muskulatur, Restzahnbestand, Höhe und Breite des Kiefers, etc.) ist es vor allem die Röntgenuntersuchung mit Hilfe einer Panoramaaufnahme (OPG), die Aufschluss über das tatsächlich vorhandene Knochenangebot gibt.

Die Röntgendiagnose ist das wichtigste Entscheidungskriterium für oder gegen eine Implantation. Besonders exakte Ergebnisse werden durch die neuartige dreidimensionale digitale Volumentomographie (DVT) erzielt. Dies ist vor allem in Regionen, in denen anatomische Strukturen durch die Implantation verletzt werden könnten, äußerst empfehlenswert. Im Unterkiefer ist das beispielsweise der im seitlichen unteren Knochen verlaufende Nerv. Dieser versorgt die Zähne und die Unterlippe. Eine Verletzung dieses Nervs kann zu vorübergehender oder schlimmstenfalls dauerhafter Schädigung führen. Für den Patienten würde dies Missempfindungen (Taubheit, Kribbeln, Schmerzen o.ä.) im Bereich der Kinn- und Unterlippenregion der betroffenen Seite bedeuten. Dieses Risiko ist jedoch extrem selten und hängt von der Erfahrung des Operateurs ab.
Die digitale Volumentomographie ist in unseren Kliniken, aus Sicherheitsgründen für unsere Patienten, Voraussetzung vor Implantationen.

Auf der Grundlage der diagnostischen Daten und in Verbindung mit den persönlichen Wünschen des Patienten wird abschließend der Behandlungsplan erstellt.


Indikationsbeispiele: wann sind Implantate geeignet?

Einzelimplantat Brücke über zwei Implantate Brücke über Implantat und Eigenzahn 1 Brücke über Implantat und Eigenzahn 2 Wenige Einzelzähne stehen noch 1 Wenige Einzelzähne stehen noch 2 Zahnloser OK mit festsitzendem ZE durch Einzelimplantate 1 Zahnloser OK mit festsitzendem ZE durch Einzelimplantate 2 Zahnloser UK mit herausnehmbaren ZE durch Stegarbeit auf Implantaten 1 Zahnloser UK mit herausnehmbaren ZE durch Stegarbeit auf Implantaten 2
Einzelzahnimplantat

Die klassische Indikation für den Implantat-Einsatz ist der Verlust eines Frontzahnes durch Unfälle beim Sport und Verkehr, bei sonst völlig gesundem Gebiss. Auch bei dem Verlust mehrerer Frontzähne können die Lücken durch mehrere Einzelimplantate geschlossen werden. Im Seitenzahnbereich ist der Ersatz sowohl eines einzelnen Zahnes, als auch mehrerer fehlender Zähne durch Implantat möglich.

Brücke auf Implantaten
Wenn im Seitenzahnbereich alle Backenzähne (Molaren) fehlen oder eine große Zwischenlücke besteht (mehr als 3 Zähne), kann durch den Einsatz von Implantaten, auf einen herausnehmbaren Zahnersatz verzichtet werden. Die prothetischen Lösungsvarianten können sowohl in einer implantatgetragenen Brücke oder auch in Einzelkronen bestehen.

Wenige Einzelzähne stehen noch
Nach Jahren schleichenden Zahnverlustes kommt es vor, dass kaum noch Zähne im Mund vorhanden sind, die im Stande sind den Zahnersatz zu tragen.

Der Halt solcher Prothesen wird immer schwieriger, insbesondere wenn nur noch in einer Kieferhälfte eigene Zahnsubstanz vorhanden ist. Es kommt zu Schaukelbewegungen und letztlich zur Lockerung der noch verbliebenen Zähne. Dieser Zustand ist in der Regel die Vorstufe zum zahnlosen Kiefer.

Konservative Lösungsmöglichkeiten bieten in diesem Falle kaum mehr zufriedenstellende Ergebnisse.
Der Einsatz von Implantaten zur gleichmäßigen Lastenverteilung wäre in diesem Fall eine stabile Lösung, die schon mit wenigen Implantaten umgesetzt werden könnte.

Zahnloser Unterkiefer
Der zahnlose Unterkiefer ist die Hauptindikation für den Einsatz von Implantaten. Eine Unterkieferprothese verliert auf Grund von starkem Knochenabbau mit der Zeit an Stabilität. Der Saugeffekt mit der Unterkieferprothese ist aufgrund der schwindenden Auflage kaum mehr realisierbar. Mit Hilfe von Implantaten kann die Prothese stabilisiert werden. Die Möglichkeiten reichen hier von Verankerungen mit Kugelköpfen und Teleskopen bis hin zur Fixierung mit Stegsystemen. Auch die Möglichkeit eines völlig festsitzenden Zahnersatzes ist unter bestimmten Voraussetzungen realisierbar.

Eine einfache Lösung ist oft schon mit zwei Implantaten durchführbar, jedoch steigert sich die Stabilität der Prothese mit jedem zusätzlichen Implantat. Vier Implantate stellen häufig eine optimale Basis für einen zwar abnehmbaren, aber funktionsstabilen Zahnersatzdar. Eine festsitzende Lösung ist mit dem Einsatz von sechs bis acht Implantaten in bestimmten Fällen machbar.

Zahnloser Oberkiefer
Der zahnlose Oberkiefer kann in den meisten Fällen auch zufriedenstellend mit einer herkömmlichen Totalprothese versorgt werden.

Der Vorteil bei einer Versorgung mit implantatgetragenem Zahnersatz besteht darin, dass der Gaumen nicht durch Prothesenmaterialien überdeckt werden muss. Dies ist hinsichtlich Fremdkörpergefühl, Sprache und Geschmack natürlich wesentlich komfortabler.

Da der Oberkiefer oftmals früher zahnlos wird, stellt sich die Frage über eine Versorgung daher auch in einem früheren Lebensabschnitt, in dem oft auch noch höhere ästhetische Ansprüche gestellt werden. Dies würde aus schon genannten Gründen für eine Implantatversorgung sprechen.

Aufgrund einer anatomisch bedingten schwächeren Knochenstruktur im Oberkiefer, sind hier mindestens vier Implantate erforderlich für einen herausnehmbaren Zahnersatz. Für eine festsitzende Konstruktion muss mit mindestens sechs Implantaten gerechnet werden.
Festsitzender Konstruktionen im Oberkiefer sind aber nicht immer unproblematisch, da phonetische (Aussprache betreffend) und ästhetische Gesichtspunkte nicht immer eins zu eins umgesetzt werden können. Auch bei einer perfekten Umsetzung bleibt immer noch ein erhöhter Aufwand für die tägliche Zahn (Implantat-) pflege.

Mit abnehmbaren Brückenkonstruktionen über Stegen oder Teleskopen wird in jedem Fall ein Optimum an Komfort erreicht:  perfekte Phonetik und Ästhetik, sehr gute Reinigungsfähigkeiten, die Möglichkeit zu einer Reparatur sowie der Vorteil der Gaumenfreiheit. Diese Konstruktionen sitzen häufig auf vier bis acht Implantaten äußerst stabil und zuverlässig.


Behandlungsablauf von A-Z

Behandlungsschritte Zahnimplantat im Überblick Defekter Zahn Zustand nach Zahnentfernung Implantation 1 Implantation 2 Implantation 3 Eingesetztes Implantat Freilegung 1 Freilegung 2 Implantat mit Suprakonstruktion
Schematischer Ablaufplan für implantatgetragenen Zahnersatz

 

  • Informationsgespräch über Implantate (kostenlos)
  • 2. Beratungstermin mit:
    - Röntgen
    - klinischer Untersuchung
    - Alternativvorschläge und Kostenvoranschläge
  • Klärung der Kostenübernahme durch den Patienten
    - allgemeinärztliche Untersuchung
    - Beantwortung weiterer Fragen
  • Bei Entscheidung zur Implantation:
    - Herstellung von Abdrücken und Modellen für den Zahnersatz (Provisorium & fertiger Zahnersatz)
    - empfohlen: spezielles 3-D-Röntgen (DVT)
    - OP-Aufklärung
  • Implantation
  • Wundkontrolle/Nahtentfernung
  • Korrektur und Eingliederung des provisorischen Zahnersatzes
  • Einheilphase (je nach Fall 3-6 Monate)
  • Freilegung der Implantate
  • Abheilphase (2-4 Wochen)
  • Abdrucknahme über Aufbauteilen
  • Prothetische Feinplanung in Absprache mit Zahntechniker
  • Labortechnische Herstellung der Implantatsuprakonstruktion
  • Einproben und Feinkorrektur
  • Einsetzen der fertigen Arbeit
  • mindestens halbjährige Kontrolltermine

Die Implantation

Zustand nach Zahnentfernung Implantation 3 Implantation 2 Implantation 3 Eingesetztes Implantat
Nach gründlicher Überlegung und Abwägung aller Fakten erfolgt Ihre Entscheidung zur Implantation. Nun naht der vereinbarte Implantations-Termin beim Zahnarzt und möglicherweise steigen in dieser Zeit Ihre Bedenken. Das ist normal aber auch vollkommen unbegründet! Zehntausende Implantationen belegen, dass es sich hier um einen weitestgehend schmerzfreien Eingriff handelt, der vergleichbar mit einer Wurzelspitzenresektion oder der Entfernung eines einfachen Weisheitszahnes ist.

Die Implantat-Operation – das Einbringen des Implantates in den Knochen – ist in der Regel ein ambulanter Eingriff in Lokalanästhesie. Selten, aber auch auf Wunsch möglich: die Implantation unter Vollnarkose oder Sedierung (Dämmerschlaf). Die Dauer der OP ist abhängig von der Anzahl der zu setzenden Implantate, der Lokalisation, dem vorhandenen Knochenangebotes und nicht zuletzt von der Erfahrung des Implantologen. Zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden ist also alles denkbar.

Die Operation wird unter sterilen Bedingungen mit geeignetem Instrumentarium in dafür geeigneten Räumlichkeiten durchgeführt. Dabei wird die Mundschleimhaut in der geplanten Region zur Seite geklappt, damit der Knochen frei zugänglich ist. Es folgen die Bohrungen für das anschließend einzusetzende Implantat. Diese Präparation am Knochen ist schmerzfrei. Im Einzelfall ist auch ein Eingriff ohne Aufklappung der Schleimhaut möglich. Solche minimalinvasiven Eingriffe verringern die möglichen Beschwerden nach der Operation. Voraussetzung hierfür sind ein ausreichend vorhandenes Knochenangebot, sowie detaillierte Informationen über die genaue Kieferknochensituation (beispielsweise durch eine 3-D-Röntgenaufnahme).

Nach dem Einbringen des Implantates wird das Zahnfleisch fest und dicht vernäht. Eine effiziente Kühlung vor allem für die Stunden nach der Operation aber auch für die folgenden Tage ist anzuraten, da so Schwellungen weitestgehend verhindert oder zumindest in Grenzen gehalten werden können. Danach folgen in der Regel die individuelle Anpassung des provisorischen Zahnersatzes und eventuell auch eine weich bleibende Unterfütterung derselben, um Druckstellen am Zahnfleisch zu vermeiden. Die vorübergehende, abnehmbare Prothese (Provisorium) ist so gestaltet, dass eine mechanische Schädigung des Operationsgebietes vermieden wird.

Nach der Operation

Die Wundheilung in den Tagen bis zur Entfernung der Fäden ist individuell sehr unterschiedlich und auch abhängig von der Anzahl der gesetzten Implantate. Auch die Ausprägungen von Schwellungen und Blutergüssen ist individuell unterschiedlich, kann aber generell – wie oben schon erwähnt - durch eine geeignete Kühlung eingegrenzt werden. In Einzelfällen ist die Gabe von Antibiotika sinnvoll und auch nützlich.


Bei großflächigen Wunden nach dem Einbringen von mehreren Implantaten ist im Allgemeinen die Nahrungsaufnahme etwas eingeschränkt. Es ist darauf zu achten, die Wundbereiche nicht übermäßig zu belasten. Weiche Kost ist daher sehr empfehlenswert.

Auch empfiehlt es sich für etwa zehn Tage auf den Einsatz der Zahnbürste in der Nähe der Implantatregion zu verzichten. Zur Überbrückung helfen antibakterielle Mundspülungen. Ihr Zahnarzt berät Sie gerne bei der Auswahl.  Anstrengende sportliche Aktivitäten sollten in den ersten Tagen nach dem Eingriff vermieden werden.

Nach sieben bis zehn Tagen werden die Fäden entfernt und es folgt die Zeit der Einheilung der Implantate in den Knochen. Während dieser Zeit spürt man nichts mehr von den Implantaten.  Raucher sollten vor allem in dieser Zeit die Hände von der Zigarette lassen, da Rauchen die Einheilung nachweislich negativ beeinflusst und somit den gesamten Implantationserfolg gefährdet.

Je nach Umfang des operativen Eingriffs und den individuellen Voraussetzungen sollte mit einer mehrmaligen Korrektur der provisorischen Versorgung im Verlauf der Einheilzeit gerechnet werden. Vor allem Im Bereich der Prothesenbasis, die an der Schleimhaut des Implantationsgebietes anliegt. Dabei wird auch mit weichbleibenden Kunststoffen gearbeitet, die über dem operierten Bereich wie ein Puffer wirken sollen und dadurch Druckstellen vermeiden helfen. Der Nachteil solcher Materialien ist leider eine erhöhte Ansammlung von Belägen, was wiederum eine besonders intensive Prothesenhygiene voraussetzt.

Die Einheildauer ist individuell sehr unterschiedlich. Generell geht man davon aus, dass Implantate im Oberkiefer unbelastet in zwei bis sechs Monaten und im Unterkiefer in zwei bis drei Monaten mit dem Kieferknochen eine stabile Verbindung eingehen.


Die Freilegung

Freilegung 1 Freilegung 2
Sind die Implantate eingeheilt und mit dem Knochen gut verwachsen folgt als nächster Schritt die Freilegung. Die Freilegung ist ein kurzer ambulanter Eingriff unter örtlicher Betäubung. Dabei wir die Schleimhaut genau über dem Implantat entfernt.


Nach der Freilegung sollte die Wunde ein bis zwei Wochen ausheilen, denn erst wenn die Schleimhaut völlig reizlos ist, kann mit den Abdrücken für die Aufbaukonstruktion begonnen werden. Mit Hilfe dieser Abdrücke kann der Techniker die genaue Lage der Implantate feststellen und in Verbindung mit den Informationen Ihres ersten Zahnabdrucks kann nun mit der Fertigstellung der Suprakonstruktion (Krone, Brücke, Teleskope, Stegarbeiten etc.) begonnen werden.

In Bereichen mit hohem ästhetischem Anspruch, beispielsweise einer Einzelkrone im Frontzahnbereich, kann es sinnvoll sein zunächst eine provisorische Krone anzufertigen und die abschließende Versorgung erst einige Monate später durchzuführen. Diese Vorgehensweise ermöglicht erfahrungsgemäß ein zufriedenstellenderes und optimales Ergebnis.


Das Einsetzen der Suprakonstruktion

Implantat mit Suprakonstruktion
Das Einsetzen der Suprakonstruktion ist der „krönende Abschluss“ der Implantatbehandlung. Alle auf dem Implantat aufzubringenden prothetischen Elemente werden jetzt verschraubt oder zementiert.


In der modernen Zahntechnik gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Materialien, die eine naturgetreue Nachbildung Ihrer ersetzten Zähne ermöglichen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Zahnmedizin und Zahntechnik ist dabei sehr wichtig, um eine funktionell und ästhetisch optimale Lösung zu ermöglichen.


Kann eine Implantation auch misslingen?

Das Einbringen von Zahnimplantaten ist heutzutage ein Routine-Eingriff, bei dem nur in den seltensten Fällen Komplikationen auftreten.


Doch auch wenn die Erfolgsquote bei Zahnimplantaten sehr hoch ist – 95% der Zahnimplantate halten zehn Jahre und länger – kann die Implantation in Einzelfällen auch scheitern.
Am kritischsten ist die Zeit während der Einheilung der Implantate in den Knochen.

Sollte ein Zahnimplantat beispielsweise aufgrund von Entzündungen nicht eingeheilt sein, verloren gegangen sein oder das Implantat musste entfernt werden, gibt es dennoch Möglichkeiten den Behandlungserfolg doch noch herzustellen. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein ausreichendes Knochenangebot.

Gründe für einen Misserfolg und Risikofaktoren:

  • Mangelhafte Mundhygiene
  • Gestörter Einheilungsprozess ausgelöst durch eine Allgemeinerkrankung
  • Zu frühe Belastung hat die Einheilung verhindert
  • Unerwartete Belastungen (z.B. Zähneknirschen) haben das feste Implantat gelockert
  • Veränderungen im Mund (z.B. verschobene Nachbarzähne) bedrängen das Implantat
  • Die Krone des Implantates und der gegenüberliegende Zahn stören sich: eine sofortige Korrektur durch Einschleifen durch den Zahnarzt ist erforderlich
  • Auch eine falsche Planung oder eine fehlerhafte Durchführung des implantologischen Eingriffs können zum Misserfolg führen

Der größte Risikofaktor für einen Implantatverlust ist, wie schon erwähnt, das Rauchen. Man sollte aus diesem Grund das Rauchen vollständig aufgeben.


Pflege & Kontrolle

Wie auch bei eigenen natürlichen Zähnen, so ist auch bei Zahnimplantaten eine besonders gewissenhafte regelmäßige Zahn- und Mundpflege unabdingbar. Die täglichen Zahnbeläge müssen entfernt werden, da bakteriell bedingte Entzündungen (z.B. Parodontitis, Periimplantitis) ein erhebliches Risiko für den Erhalt des Implantates darstellen. Der implantatgetragene Zahnersatz inklusive umgebenem Zahnfleisch sollte zweimal täglich gründlich gereinigt werden.

Zur Implantatreinigung gibt es spezielle Hilfsmittel. Die Zahnbürste sollte weich sein (auch elektrische Zahnbürsten mit geeignetem Aufsatz sind möglich) und die Zahncreme sollte keine abrasiven Partikel beinhalten (z.B. Zahnweis-Zahncremes). Auch empfiehlt sich der Einsatz von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten um auch an die Beläge zwischen den Zähnen heranzukommen, die man mit einer herkömmlichen Zahnbürste grundsätzlich nicht erreicht.


Auch regelmäßige (viertel bis halbjährige) Kontrollbesuche beim Zahnarzt, am besten gleich kombiniert mit einer professioneller Zahnreinigung, sollte unbedingt wahrgenommen werden.

Bei der Kontrolluntersuchung werden Sitz und Festigkeit des Implantates überprüft und eventuelle beginnende Entzündungen können festgestellt und rechtzeitig behoben werden. Auch können unklare Fragen bezüglich Putztechnik und geeigneten Hilfsmitteln mit dem Zahnarzt besprochen werden. Eine besonders gewissenhafte Mundhygiene und regelmäßige Kontrollbesuch beim Zahnarzt sind überlebenswichtig für das Implantat.


Lebensdauer von Implantaten

Wissenschaftliche Auswertungen von Implantationen der vergangenen Jahrzehnte belegen, dass der implantagetragene Zahnersatz heute die bessere Therapie im Vergleich zu beispielsweise Brücken und Kronen ist.


Die statistisch nachgewiesene Lebenserwartung von Zahnimplantaten kann heute weit über 15 Jahre betragen. Sogar einige der ersten Implantate, die vor 30 Jahren eingesetzt wurden, sind heute noch in Gebrauch. Grundvoraussetzung und der sicherste Garant für einen langen Implantaterhalt sind jedoch die regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt und die individuelle Prophylaxe.


Sind Implantate erweiterungsfähig?

Bereits eingeheilte Implantate sind bei weiterem Zahnverlust grundsätzlich erweiterungsfähig. Nur in Fällen, in denen aus planungstechnischen Gründen auf schon prothetisch versorgte Implantate zurückgegriffen werden muss, ist eine neue Überkonstruktion notwendig. Die frühzeitige Entscheidung für ein Zahnimplantat erhält nicht nur langfristig die Knochensubstanz sondern kann auch die Grundlage für einen dauerhaft festsitzenden Zahnersatz bilden.

Was kosten Implantate

Die Frage nach den Kosten stellt sich meist schon zu Beginn des ersten Gesprächs zwischen Patient und Zahnarzt. Diese Frage ist aber niemals schon am Anfang des Gespräches zu beantworten.

Die Kosten für eine Implantation hängen von verschiedenen Faktoren ab und können deshalb auch erheblich variieren. Sie sind beispielsweise abhängig von der Anzahl der zu setzenden Implantate, von eventuell notwendigem Knochenaufbau und von der Art der gewählten prothetischen Versorgung. Gerade bei der Versorgung des zahnlosen Kiefers gibt es unzählige Möglichkeiten, die von einfacheren, auf Implantaten fixierten herausnehmbaren Prothesen bis hin zu aufwendigeren festsitzenden implantatgetragenen Zahnreihen reicht. Ihr Zahnarzt berät Sie gerne über die für Sie optimale Lösung.

Grundsätzlich erhalten Patienten nach dem eingehenden Beratungsgespräch einen Kostenvoranschlag über die gesamte Therapie mit chirurgischem und prothetischem Anteil. Bei Kassenpatienten wird auch der anfallende Eigenanteil ausgewiesen. Die Krankenkassen zahlen, je nach Versicherungsstatus einen Festzuschuss auf die prothetische Versorgung. Zahnzusatzversicherungen erstatten ebenfalls häufig einen Teil der Investition.

Privatversicherte Patienten sollten sich nach Erhalt des Kostenvoranschlages mit Ihrer Versicherung bezüglich möglicher Kostenerstattungen in Verbindung setzen. Im Nachhinein ist eine Kostenerstattung immer sehr schwierig durchsetzbar oder sogar aussichtslos.

Die Einwilligung in die Therapie sollte nach reiflicher Überlegung und nach Klärung aller medizinischen Fachfragen erfolgen.

Tatsache ist jedoch, dass Implantate mehr Sicherheit in Funktion, Sprache und Ästhetik mit sich bringen. Durch eine Versorgung mit Implantaten kann somit eine außerordentliche Steigerung der Lebensqualität erreicht werden. Allerdings muss jeder Patient letztlich für sich selbst entscheiden, welchen Wert die Implantation für ihn hat.

Als Richtgröße für Sie: Kassenpatienten bekommen bei uns ein hochwertiges Einzelimplantat inklusive Metallkeramikkrone für ca. 1150 bis 1250 Euro. Bei diesem Preis ist der Kassenzuschuss bereits berücksichtigt.  Ebenso enthalten ist eine dreidimensionale digitale Röntgenaufnahme (DVT), die wir aus Sicherheitsgründen für unsere Patienten bei jeder Implantation voraussetzen.
 

Sollten Sie noch tiefer ins Detail gehende Informationen über Implantate benötigen: auf der Seite www.implantate.com finden Sie Antworten auf Ihre Fragen.

Das Bildmaterial wurde durch die freundliche Unterstützung von unseren Partnern BEGO Implant Systems und der Firma compugroup zur Verfügung gestellt.